Der Philemonbrief


B E T R A C H T U N G zum Philemonbrief

GOTT HAT GERUFEN:

"ADAM, WO BIST DU?"

Dieser Ruf gilt jedem Einzelnen: WO BIST DU?

Und damit beginnt die größte Suchaktion Gottes...

Gott ruft DICH, Du sollst zurückkommen!

In Apg.17,30 sagt Paulus:" Über die früheren Zeiten der Unwissenheit hat Gott zwar hinweg gesehen; jetzt aber lässt er den Menschen ansagen, dass sie überall umkehren sollen; denn er hat einen Tag festgesetzt, an welchem er den Erdkreis mit Gerechtigkeit richten will durch einen Mann.

Denn Rückweg hat Gott durch JESUS CHRISTUS bereitet.

Dieser sagt in Joh.14,6:

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater ausser durch mich."

Ich zitiere einige Verse aus dem Philemonbrief, nicht in fortlaufender Folge. Um des besseren Verständnisses Willen habe ich einige Worte aus dem Zusammenhang herausgenommen.

Vers 10: „.... ich bitte dich für mein Glaubenskind, dessen Vater ich in meiner

Gefangenschaft geworden bin, für Onesimus.“

Vers 12: „.... ich sende ihn Dir hiermit zurück.“

Vers 17: „.... wenn du dich eng mit mir verbunden weißt, so nimm ihn auf wie

mich selbst! Und hat er dich geschädigt oder ist er dir etwas schuldig, so setze
es mir auf die Rechnung!“

Vers 19: „.... Ich, Paulus, gebe es dir hier schriftlich: Ich will es bezahlen.“

So weit vorweg.

Der historische Hintergrund ist der: Onesimus ist als Sklave seinem Herrn davon gelaufen.

Betrachte ich den Philemonbrief vordergründig, so ist darin fünfmal erwähnt, dass Paulus sich in Gefangenschaft befindet.
Aus der Kirchengeschichte wissen wir laut einem Brief des Clement von Rom an die Korinther aus dem Jahr 96, dass Paulus siebenmal Ketten getragen hat, er war also siebenmal in Gefangenschaft. Dies wird dort als eine so bekannte Tatsache ausgesprochen, dass sich an der Wahrheit dieser Mitteilung nicht zweifeln lässt.

In Vers acht beginnt das eigentliche Thema, es geht um die Wiederannahme des entlaufenen Sklaven Onesimus durch Philemon. In Vers neun spricht Paulus eine Bitte seinetwegen aus. In Vers siebzehn appelliert Paulus an Philemon. In Vers neunzehn erhöht Paulus den Druck, indem er schreibt: „Dabei brauche ich dir nicht zu sagen, dass auch du mir etwas schuldig bist...“
Und in Vers 21 sagt Paulus: “Im Vertrauen auf deinen Gehorsam schreibe ich dir; denn ich weiß, du wirst mehr tun als ich verlange.“ Von der Bitte über den Appell zum Verlangen ist eine Steigerung. Paulus macht deutlich, dass der Appell in Vers 17 und das Verlangen seinerseits in Vers 21 nicht ein egoistisches Verlangen ist, sondern er sagt dies „im Herrn“ .

Der Philemonbrief hat jedoch nicht nur eine faktische oder historische Seite, sondern auch einen geistlichen Inhalt. Bei dieser Betrachtung will ich auf die geistlich-prophetische Seite des Briefes eingehen, wie ich sie sehe und die ich für Wert erachte, sie mitzuteilen.
Möge die mannigfaltige Weisheit Gottes zur Erbauung und Freude der Gemeinde dienen:

Philemon war ein sehr reicher Mann. Noch im vierten Jahrhundert fand sich eine Christengemeinde in seinem Haus zum Gottesdienst zusammen. Es ist anzunehmen, sein Reichtum gab Knechten und Tagelöhnern Lohn und Brot.
Ein Sklave aber bekam keinen Lohn, er war Eigentum seines Herrn. Er war Leibeigner. Ein Sklave war Handelsware, er wurde gekauft und verkauft, ganz nach Belieben; und so einer war Onesimus.
Sklaven konnten weder ihre Arbeit aussuchen noch konnten sie diese verweigern. Der Reichtum ihres Herrn sicherte ihren Lebensunterhalt, ja sie hatten Anteil daran in Form von Nahrung, Kleidung und Wohnung, sie brauchten sich darum keine Gedanken zu machen. Sklaven hatten im Hause des Herrn durchaus auch Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zum Privatsekretär. In dieser Stellung hatte er auch Gemeinschaft mit seinem Herrn.

Es kam bei Onesimus die Zeit, da wurde ihm das alles zu eng. Der Drang nach Freiheit und Selbstständigkeit wurde übermächtig in seinem Inneren, und so floh er. Damit er auf der Flucht nicht gleich als entlaufener Sklave erkannt wurde, nahm er wahrscheinlich ein Gewand mit, so wie es Herren trugen, vielleicht auch eine ausgiebige Wegzehrung. Das lässt darauf schließen, dass er Zugang zum Privatbereich seines Herrn hatte. Ein Sklave, der Feldarbeit verrichtete, hätte kaum auf diese Weise seinen Herrn bestehlen können. Dass er geschädigt hat, geht aus Vers 18 des Briefs an Philemon hervor.
Entlaufene Sklaven wurden von den Behörden verfolgt. Ergriff man sie, war die Strafe furchtbar. Schon zu Zeiten des alten Testaments waren Besitz und Handel von Sklaven gesetzlich geregelt.

Nicht nur, dass Onesimus geflohen war und etwas mitgehen ließ, und dadurch gegen Recht und Gesetz verstoßen hatte, sondern vor allem hatte sich in seinem Innern die Angst aufgebaut, ergriffen zu werden. Zuvor hatte sich der Drang nach Freiheit aufgebaut. Das hatte sich umgekehrt, denn die Angst wurde in ihm übermächtig.Überführt von Sünde und Gericht suchte er einen Ausweg aus seiner aussichtslosen Lage. Angst, ergriffen zu werden, und Angst vor Strafe ist ein schlechter Begleiter der Freiheit.

Das Wissen des Onesimus um die Verbindung seines Herrn mit Paulus und sein Wissen um den Einfluss, den Paulus auf seinen Herrn hat, lassen in Onesimus die Hoffnung aufkommen, dass Paulus als Fürsprecher ihn aus der hoffnungslosen Lage befreien kann.
Auch weiß Onesimus, dass und wo sich Paulus in Gefangenschaft befindet. So macht er sich auf den Weg und sucht ihn auf. Onesimus wusste, dass sein Herr ihn lieb hatte, er wagte es dennoch nicht ihm unter die Augen zu treten. Er wusste auch von der familiären Verbindung zwischen Paulus und Philemon, und er wusste auch von dem Einfluss des Paulus auf seinen Herrn, so vertraute er darauf, dass, wenn Paulus Fürsprache für ihn einlegt, dann sein Herr Paulus erhören würde und ihn wieder annimmt. Doch bevor Paulus Fürsprecher wird und ein gutes Wort für ihn einlegt, wird Onesimus durch die Botschaft der Versöhnung, die Paulus ihm verkündet, gläubig.

Mit einem Begleitschreiben und der darin enthaltenen Empfehlung, ihn wieder anzunehmen, schickt Paulus den Onesimus zu seinem Herrn zurück, denn Onesimus ist immer noch Eigentum seines Herrn. Paulus erwähnt in dem Brief, dass er zuvor ein Nichtsnutz gewesen sei, jetzt aber nicht nur ein Sklave, sondern etwas Besseres darstellt, nämlich ein geliebter Bruder.

Noch bevor er ihn zurückschickt, erfährt Paulus viel Dank in Form von Dienstleistungen, welche Onesimus ihm erbringt. Somit wurde Onesimus, dessen Name auf deutsch „der Nützliche“ heißt, seinem Namen wieder gerecht.

Sein Lebensweg und die Erfahrung, die er machte, sind für mich der Vordergrund. Im Hintergrund erkenne ich darin den Weg der Menschheit als Parallele zum Lebensweg des Onesimus. Ich wage den Versuch, den Philemonbrief als Richtschnur zu benutzen für meine Betrachtung über den Weg der Menschheit.

Parallelen kann man bei genauerem Hinsehen mehrmals in der Bibel finden, bei biblische Geschehen untereinander, in Beziehung zur Geschichte der Menschheit, oder zu einzelnen Personen. Jesus bringt mehrere Vergleiche, wie: „Denn wie es in den Tagen Noahs gewesen war, so wird es auch mit der Wiederkunft des Menschensohnes sein.“

Die Gleichnisse Jesu in Matth. 13 vom vierfachen Ackerfeld, vom Unkraut unter dem Weizen, oder von der Perle in einem Acker usw., stellen den Vordergrund dar, im Hintergrund oder in der Auslegung erläutert Jesus dann ihre Bedeutung.

Auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn, oft ein anschauliches Thema bei Evangelisationsvorträgen, hat vielfach seine Wirkung nicht verfehlt.

Warum, so fragen die Jünger Jesus, redest du in Gleichnissen zu ihnen? Er antwortete:

„Euch ist es gegeben, die Gleichnisse des Himmels zu erkennen“.

Wer, so frage ich, sind diese „euch“, „wir alle, jeder von uns, du und ich?“

1.Kor 2,6 „Was wir vortragen, ist dennoch Weisheit bei den geistlich Gereiften,
jedoch nicht die Weisheit dieser Weltzeit...“,

und in Vers 7:

„...nein, wir tragen Gottes geheimnisvolle Weisheit vor, die Gott vor allen
Weltzeiten zu unserer Verherrlichung vorherbestimmt hat.“.

2.Kor 2,13 gehört auch noch dazu, da heißt es:

„...und davon reden wir, aber nicht wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern
mit solcher wie der Geist sie eingibt, indem wir geistgewirkten Inhalt mit
geistgewirkter Rede verbinden.“

So wie Onesimus das Eigentum seines Herrn war und mit allem Notwendigen versorgt, so war auch der Mensch das Eigentum seines Schöpfers und sein Bestand war gesichert. Mit allem Guten und Fähigkeiten ausgestattet setzte Gott Vertrauen und Hoffnung in den Menschen. Er hatte sie angewiesen, was sie essen sollten; Gott übergibt den Menschen alle Bäume und alle Pflanzen mit Samen tragenden Früchten als Nahrung. Gott selbst sichert ihren Fortbestand durch seinen Reichtum und seine Weisheit, so wie der Reichtum des Philemon das Leben des Onesimus absicherte.
Die Zusage der Versorgung des Menschen gilt bis heute. Auch daran können wir die Treue Gottes erkennen. Mehr noch: Gott gibt den Menschen Aufgaben. Seid fruchtbar, füllt die Erde. Macht sie euch untertan, herrscht über Fische und Vögel und alle Lebewesen. Das deckt sich im Wesentlichen mit den Aufgaben, die Onesimus im Hause seines Herrn hatte. Vor allem der Mensch hatte Gemeinschaft mit Gott, wie auch Onesimus mit seinem Herrn. Der Schlange aber gelang es, dem Menschen so genannte Flausen in den Kopf zu setzen. Onesimus dachte, in der Welt sein Glück zu machen. Aber zurück zu den Menschen. Die Schlange setzt noch einen drauf und behauptet, durch Erkenntnis der Unterscheidung von Gut und Böse, werdet ihr sein wie Gott. Fast immer, wenn in der Bibel „werde“ oder „wird“ steht, folgt eine Prophezeiung bzw. Verheißung, so auch hier: „Ihr werdet sein wie Gott.“ Er, Gott, wird die Ehre keinem anderen geben und so findet die Rebellion gegen Gott hierin ihren ersten Höhepunkt, und Jesus selbst wird durch seine Wiederkunft der Rebellion ein Ende bereiten. Der Mensch wird in seiner Vermessenheit sich selbst zum Gott erheben, und so wird die Sünde sich personifizieren. 2.Thess. 2,3-4
Ihr Ausgang ist in der Bibel ausreichend beschrieben. Der Mensch wurde darin hochmütig und ließ sich verführen. Er wurde ungehorsam und für Gott nutzlos, wie auch Onesimus für seinen Herrn durch die Flucht nutzlos wurde.

Es folgt die Vertreibung aus dem Garten Eden, somit war der Mensch auf der Flucht. Das wirkt sich in seinem ganzen Tun aus, indem er ziellos umherirrt und Taten vollbringt, die ihm einen traurigen Ruhm einbringen. Aus der Bibel und aus der Geschichte wissen wir, was der Mensch an Abscheulichkeiten getan hat, einschließlich des Götzendienerischen.

Was waren denn die so genannten Kulturgüter, für deren Erforschung und Rekonstruktion Millionen Euro vom Staat ausgegeben werden, anderes als Stätten der Götzenanbetung, wo Opfer für Abbildungen von Tieren oder Menschen gebracht wurden. Es mag höchste handwerkliche Fertigkeit gewesen sein, der Zweck war immer Götzenkult. Alle menschlichen Werke, früher wie heute, ist angelegt auf Zerstreuung und menschliche Leistung. Gott zu ehren und ihm zu danken wird zur Nebensache, vielfach jedoch ganz vergessen und nicht für wichtig gehalten, oder als nicht neuzeitgemäß abgetan.

Auch als Sklave hatte Onesimus Gemeinschaft mit seinem Herrn, wie auch der Mensch Gemeinschaft mit Gott als seinem Schöpfer hat. Welch tragischen Weg musste Onesimus gehen, wie auch die Menschheit fern von Gott. Hier lassen sich Parallelen erkennen bis in Einzelheiten. Auch der Mensch hat bestohlen und dient mit den Gaben von seinem Schöpfer einem anderen Gott, dem Gott dieser Welt, wie im Abschnitt davor erwähnt. Stundenlang könnte man darüber reden was Götzenkult zustande gebracht hat, ich will nur zwei Beispiele aus dem Neuen Testament nennen:

1. In Apg. 17 wird von Paulus berichtet, wie er schmerzlich erregt wurde, als er Athen voll von Götzenbildern sah; sicher waren auch viele in Götzentempeln aufgestellt, wo heidnische Priester in prächtigen Gewändern Dienst taten. Sie versprachen gegen entsprechende Gebühr, Geister gnädig zu stimmen oder wahrsagten. So wie es Paulus im ersten Jahrhundert gesehen hat, so war es auch Jahrhunderte zuvor, und auch noch als das Christentum Staatsreligion wurde. Die heidnischen Priester mussten nun christliche Priester sein, brachten die Götzenstatuen weg und stellten Statuen von Heiligen und Ikonen auf. Sie versprachen denen, die jetzt Christen sein mussten, Reduzierung von jenseitigen Strafen gegen entsprechende Gebühr. Und so taten sie weiter ihren einträglichen Dienst und das findet bis heute im Ablasshandel eine Fortführung.

2.:

Ihr wisst von eurer Heidenzeit her: da waren es die stummen Götzenbilder,
zu denen ihr mit unwiderstehlicher Gewalt hingezogen wurdet.“
1.Kor 12,2

Ebenso stumm sind auch die Bilder und Statuen von Heiligen samt den Ikonen der Ostkirche.

Ein röm. kath. Priester sagte in einer Diskussion, dass der röm. kath. Glaube auf der Heiligen Schrift und auf der Tradition beruhe. Sie lesen zwar aus der Bibel unter Weglassen der Bibelstellen, die der Überlieferung der kath. Kirche widersprechen, praktizieren aber die Überlieferung, welche aus dem Heidentum kommt.

„Von Gewinnsucht getrieben werden sie euch durch erdichtete Worte
auszubeuten versuchen“
2.Petr.2,10

Das alles hat mit biblischem Christentum nichts zu tun, aber auch gar nichts.

„Denn es ist nur ein Gott, ebenso auch nur ein Mittler zwischen Gott und den
Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld
hingegeben hat.“
1.Tim 2,5

1 / Das bibliche Christentum kennt keine Priester, welche dazu abgestellt sind, Mittler zwischen Gott und Mensch zu sein. Das ist vom Heidentum in die staatlich verordnete Kirche mit hinein genommen worden.
Zwar gab es im alten Israel Priester, welche den Dienst im Tempel versehen haben, freilich an einem Schattenbild bzw. Nachbildung der himmlischen Dinge, entsprechend der göttlichen Weisung. Selbst diese Art Priestertum wurde in der Apostelgeschichte und in den Lehrbriefen nicht fortgeführt.

Denn vor Gott ist allein das Opfer eines fehlerlosen Lammes anerkannt und ewig gültig; so wie Jesus es in seinem Opfertod gebracht hat.

Hebr.7,24 Das biblische Christentum hat einen Hohpriester der,weil er in Ewigkeit bleibt, ein nie wechselndes Priestertum im Besitz hat.

Hebr.7,25 Daher vermag er auch denen, die durch seine Vermittlung zu Gott hinzutreten, vollkommene Rettung zu schaffen. Er lebt ja immerdar um fürbittend für sie vor Gott einzutreten.

Hebr.7,27 er hat ein für allemal sich selbst als Opfer für die Menschen dargebracht.

Hebr.9,11+12 Christus ist, indem er als Hohepriester kam mittels seines eigenen Blutes ein für allemal in das himmlische Heiligtum eingetreten und hat eine ewig gültige Erlösung bewirkt.

Hebr.9,14 um wie viel mehr wird das Blut Christi, der Kraft ewigen Geistes sich selbst als ein fehlerloses Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen.

Hebr.9,24 Denn Christus ist nicht in ein von Menschenhänden hergestelltes Heiligtum eingegangen sondern in den Himmel selbst, um jetzt uns zum Heil persönlich vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen.

Sowohl von Onesimus als auch von der Menschheit steht geschrieben, dass für sündhaftes Verhalten zu bezahlen ist, um Vergebung zu erlangen vor Gott. Das gilt für Onesimus, wie auch für die Menschheit. Paulus hat erklärt, dass er für Onesimusn bezahlen will. Jesus hat für die Menschheit bezahlt mit seinem Blut. Ohne Blutvergießen keine Vergebung vor Gott. Beide haben bestohlen, Onesimus seinen Herrn, die Menschheit Gott, indem der Mensch mit den Gaben, die Gott ihm gegeben hat, dem Gott dieser Welt dient. Paulus ist davon überzeugt, dass er keine vergebliche Bitte vorbringt bei Philemon. Das drückt er in Vers 21 aus:  „Ich weiß, du wirst mehr tun als ich verlange.“
Alle Welt befindet sich im Unglauben und kann Gott nicht gefallen; sie gilt als verloren.

„Sie kennen zwar die göttliche Rechtsordnung genau, dass, wer solches rur,
den Tod verdient, tun es aber trotzdem.“
Röm.1,32

„Die Menschen stehen in einem angstvollen Warten auf die Gier des Feuers,
das die Widerspenstigen verzehren wird.“
Hebr.10,27

Gott aber will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er lebe.

„Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten.“
1.Tim.1,15

So wie es für den entlaufenen Onesimus Rettung gab, so gibt es auch für den sündigen Menschen eine Rettung. Nur, der Mensch kann für seine Rettung nichts, aber auch gar nichts tun. Zehntausend Dinge könnte er versuchen, auch nicht eines kann Gott gefallen, was zu seiner Rettung dienen könnte, denn der Mensch ist sündig vor Gott und kann daher auf oben genannte Weise oder durch Leistungen keine Erhörung und keine Vergebung vor Gott finden. Gott liebt die Menschen, die er geschaffen hat, diese Liebe beweist er darin, dass er seinen einzigen Sohn gesandt hat.

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohnhingegeben
hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben
haben.“

In diesem Bibelvers aus Jesu Mund wird uns gesagt, dass Gott uns liebt. Dies ist eine Aussage die eines Beweises bedarf und der Beweis dafür ist, dass er s seinen Sohn sandte. Nun folgt eine Bedingung: „Damit alle die an ihn glauben,“ und jetzt folgt eine Verheissung, „nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ Der Bibelvers beginnt mit dem Wort „denn“. Dieses Wort hat für die inhaltliche Aussage keine Bedeutung. Es unterstreicht aber die Wichtigkeit der darauf folgenden Aussage. Das zweite Wort lautet „also“, das würde ich wiedergeben mit „Tatsache ist“.

Hat Jesus Christus durch Leiden und seinen Opfertod nicht alles für uns bezahlt?

„Sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.“
Mark.10,15

In diesem haben wir die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung
nserer Übertretungen und Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.“
Eph.1,7

Diese Bielstellen sehe ich zusammengefasst in dem Wort des Paulus an die Römer:

„Ihn hat Gott in seinem Blute als ein durch Glauben wirksames Sühnemittel
hingestellt.“
Röm.3,25

„Darum wollen wir jetzt von den Anfangsgründen der Lehre Christi absehen
und uns zur vollen Reife erheben, wollen nicht noch einmal den Grund legen
mit Sinnesänderung, die sich von den toten Werken abkehrt, und mit dem
Glauben an Gott.“
Hebr.6,1

Onesimus hat sich auf den Weg gemacht mit dem Brief, in dem stand, „ich Paulus, gebe es dir schriftlich, ich will alles bezahlen.“ Jeder Schritt hin zu seinem Herrn war ein Schritt im Glauben und Vertrauen, dass Philemon das so gelten lässt. Paulus wusste, dass er bei Philemon keine vergebliche Bitte tut, und deshalb lautet sein Satz, „ich weiß, du wirst noch mehr tun, als ich verlange.“ Paulus konnte ihn nicht begleiten, er war Gefangener, er war in Ketten, und so allein auf dem Weg wurde jeder Schritt ein Glaubensschritt im Vertrauen, dass sein Herr ihn wieder annimmt.
Auch wir gehen unseren Weg zurück zum Vater im Glauben und nicht im Schauen.

„Denn wir wandeln hier noch in der Welt des Glaubens, nicht schon in der Welt
des Schauens.“
2.Kor 5,7

Auch mir ist es manchmal bange wegen der Unzulänglichkeit, die mir anhaftet. „Wir fehlen allesamt vielfach“, heißt es im Jakobusbrief.

Auch wir waren durch Sünde von Gott getrennt. Nun aber hat Christus durch seine blutigen Tod uns mit dem Vater versöhnt und Jesus selbst bittet den Vater, „ich will, dass da wo ich bin, auch die seien, die du mir gegeben hast.“ Bei dem Brief des Paulus an Philemon klingt das so: „Nimm ihn auf wie mich selbst.“

Wir, die wir eine Zeit lang getrennt vom Vater waren, wir haben in Christus freien Zugang zu ihm.

„Laßt uns daher achtsam sein, daß wir uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Werken anspornen und unsere Entrückung (zu ihm) nicht aus den Augen verlieren, wie dies leider etliche zu tun pflegen; sondern wir wollen uns ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass der Tag naht."
Hebr.10, 24+25
(Mühlheimer Übersetzung)

Die Augen sind immer auf der Suche. Sind sie nicht auf das Himmlische ausgerichtet, so schauen sie nach dem Irdischen, wie bei Lot. Der sah die Jordan-Auen. Da wählte Lot für sich die ganze Gegend am Jordan. Abram blieb im Lande Kanaan wohnen. Der Herr aber sagte zu Abram, nach dem Lots sich von ihm getrennt hatte, „Hebe deine Augen auf und schaue von der Stelle auf der du stehst nach Norden und Süden, nach Osten und Westen.Lot hatte ganz auf das Irdische geschaut, Abram hatte die ganze Weite in seinem Blickfeld.
Vielfach wird im neuen Testament eine zielorientierte Verhaltensweise als Beispiel angeführt: ... sowie wie im Sport, wo es darum geht, das Ziel zu erreichen, ist von Enthaltsamkeit die Rede (2.Tim2,5). In Röm. Kap 13: „... dass die Obrigkeit Gottes Dienerin ist; wer sich widersetzt, der lehnt sich gegen Gottes Ordnung auf und wird ein Strafurteil sich zuziehen.“
... im militärischen Bereich ist von Ordnungen die Rede; bei der Auferstehung; und im Heerlager wird ein klarer Ton bei den Trompetensignalen hervorgehoben. 1.Kor.14,8 „Denn wenn eine Trompete einen undeutlichen Schall hören lässt, wer wird sich da zum Kampfe rüsten.“ Mit unterschiedlichen Tonfolgen wurden die Befehle verkündigt, die musste jeder Soldat kennen, damit er weiß, was zu tun ist – ein klarer Ton nicht nur in der Aussprache, sondern auch bei der Wortwahl, damit jeder weiß, was gemeint ist. Klarheit in der Wortverkündigung, damit der Ungläubige seine Verlorenheit erkennt und der Gläubige den Fortgang seiner Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.

Hier sieht man, wie weltliches Tun und Ordnung in der Lehre der Bibel als beispielhaft herangezogen wird.

„Noch einmal werde ich nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel erbeben
machen.“
Hebr. 12,26

Die Worte „noch einmal“ weisen auf die Verwandlung dessen hin, was erschüttert werden wird, weil es etwas Geschaffenes ist; es soll eben etwas entstehen, das nicht erschüttert werden kann. Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen.“
Hier beginnt die neue Schöpfung, die im Geist vollendet wird, so werden wir als etwas Besseres in einem besseren Reich Gott dienen, ihn ehren und ihm danken.

So wie Paulus viel Dank von Onesimus erfahren hat, so erfährt auch Christus viel  Dank und Anbetung von der Gemeinde, die er mit seinem Blut erkauft hat, bevor er sie in einem Triumphzug dem Vater zuführt.

Wir sind wiedergeboren aus Wasser und Geist, das Alte ist vergangen, Neues ist im Werden. So sind wir etwas Besseres. Wir, die wir einst Sklaven der Sünde waren, sind nun zur Freiheit der Kinder Gottes berufen und wir sind es auch. Sehen wir uns die Umstände an, unter denen Jesus das Erlösungswerk auf Golgatha vollendet hat.
Er war gefangen genommen, wie auch Paulus gefangen war, als er in Onesimus den Glauben gezeugt hat, als ein Gebundener abgeführt durch Folter übel zugerichtet, so dass man das Angesicht von ihm abwendete. Und so als Gebundener und Geschundener hat er das Erlösungswerk am Kreuz durchgeführt und vollendet und mit dem Wort „es ist vollbracht“ bestätigt. Das Wort Gottes ist eben nicht mit Ketten zu binden (2.Tim,2,9), bei Jesus nicht, nicht bei Paulus und auch nicht bei denen die ihm nachfolgen, niemals haben Gebundene größere Taten vollbringen können. Der Tod durch das Kreuz, die größte Schmach die einem Menschen widerfahren kann. Gerade darin, im tiefsten Leiden hat Jesus die grösst mögliche Tat vollbracht. Die Erlösung von der Sünde und die Versöhnung mit Gott.
Geben wir aber Gott die Ehre, indem wir an seinen Sohn glauben, den er gesandt hat, so erlangen wir die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.

„Darin besteht das ewige Leben, dass sie sich den allein wahren Gott, und den
du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“
Joh. 17,3

„Der Sohn vermag von sich selber nichts zu tun, nur was er den Vater tun
sieht: denn was jener tut, das tut auch der Sohn.“
Joh. 17

Setze ich das Ergebnis, nämlich den Nutzen des Zusammenwirkens von Paulus und Philemon für die Allgemeinheit, ins Verhältnis mit dem gemeinsamen Wirken vom Vater im Himmel mit Jesus Christus währen des Erdenwandels, so haben wir es darin mit einem neuen Schöpfungsakt zu tun. Immerhin ist die Gemeinde Jesu, aufgebaut auf das Wirken des Heiligen Geistes und daher eine Gemeinde im Geist.
Bei der Erstschöpfung sagte der erste Adam zur Eva, „Fleisch von meinem Fleisch, Bein von meinem Bein.“ Bei der Zweischöpfung, bei dem zweiten Adam, dem Christus, wird sich das so anhören: „Geist von meinem Geist“. Jesus sagt:

„der Vater wird’s von meinem Eigentum nehmen und euch verkündigen. Das
sagte er von dem Geist, den wir empfangen sollten.“
Joh. 16,14

Was an Pfingsten sichtbar seinen Anfang nahm, für uns sichtbar im Heiligen Geist, wird seine Fortsetzung finden bis zur Vollendung im Geist.

„... da ihr im tiefsten Inneren eures Geisteslebens erneuert werden müsst.“
Eph. 4,23

Und Paulus betet in Eph.:

„Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, wolle euch
den Geist der Weisheit und der Offenbarung durch die Erkenntnis seiner selbst
verleihen.“
Eph. 1,17

„Und in diesem werdet ihr mitauferbaut zu einer Wohnstätte Gottes im Geist.“
Eph.2,22

„... wir alle aber, die wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn
widerspiegeln, werden dadurch in das gleiche Bild umgestaltet von Herrlichkeit
zu Herrlichkeit, wie das vom Herrn durch den Geist geschieht. Der uns dafür
zubereitet hat, das ist Gott, der uns den Geist als Unterpfand gegeben hat.“
2.Kor. 3,18

Gott erweist uns seine Treue, indem er seine Zusage die Menschen zu ernähren bis heute gehalten hat. Gott hat uns Menschen seine Liebe erwiesen, indem er seinen Sohn zu unserer Errettung sandte.
Durch das Wirken des Geistes Gottes, können wir als Versöhnte, durch die Erkenntnis seiner selbst und das Wirken des heiligen Geistes, herrlich ausgestattet werden mit göttlichen Tugenden. 2.Petrus 1,4 und 1.Joh.3,1

  "Sehet, welch große Liebe uns der Vater dadurch erzeiget hat, dass wir Gottes Kinder heißen sollen, und wir sind es auch ."

Vers 2: "Geliebte, schon jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch
nicht offenbar geworden was wir dereinst sein werden. Wir wissen jedoch, dass,
wenn diese Offenbarung eintritt, wir ihm gleich sein werden;
dann werden wirihn sehen wie er ist."
Vers 3:  "und jeder, der diese Hoffnung auf ihn setzt, reinigt sich,
gleichwie er auch rein ist."

In jahrhundertelanger Missionsarbeit geführt und gewirkt durch den Geist Gottes, erbringt die Gemeinde Frucht über Frucht (Koll.1,24) und ergänzt durch viel Opfer und Leiden das hinzu, was an den Leiden des Christus noch fehlt; für seinen Leib d.h. für die Gemeinde.

„Adam, wo bist du?“,

Mit diesen Worten begann die größte Suchaktion der Menschheitsgeschichte.


„Ich bin gekommen zu suchen und selig zu machen was verloren ist.“
Luk. 19,10

In diesen Worten liegt der Höhepunkt der Suchaktion Gottes. Um den Preis des Blutes des Sohnes seiner Liebe, hat Gott es möglich gemacht, dass Sünder durch den Glauben an Jesus Christus vor Gott als Gerechte stehen dürfen.
Und somit findet auch die erste große Rückführung (Entrückung, 1.Thess4,13-18) bekehrter Sünder und die Einsetzung in die Sohnesstellung vor Gott den Vater einen sensationellen Höhepunkt vor aller Welt statt.

Philemon 15: Vielleicht ist er nämlich nur deswegen eine Zeit lang von dir getrennt gewesen, damit du ihn auf ewig wieder erhieltest.

Denn wie Onesimus immer noch das Eigentum seines Herrn, dem Philemon, ist, ist auch die Menschheit immer noch das Eigentum ihres Schöpfers, trotz Ungehorsam im götzendienerischen Verhalten anstatt Gott zu dienen und ihn zu ehren, und seines abscheulichen Tun den Mitmenschen gegenüber. So haben alle Menschen Sünde um Sünde  auf sich selbst angehäuft. Aus dieser Situation kann sich der Mensch unmöglich selbst befreien, wie zuvor erwähnt ( Seite 5).

Eben, weil Gott seinen Eigentumsanspruch an den Menschen hat, ihn aber, weil er ein dreimal heiliger Gott ist, nicht mit einem sündigen Menschen Gemeinschaft haben kann; darum hat Gott selbst die Möglichkeit gegeben in seinem Sohn Jesus Christus zu ihm zu kommen.

Die größte Suchaktion wird damit enden, dass Jesus Christus seine Gemeinde als die durch seine, mit seinem Blute erkaufte Schar, nach dem er sie, wo zuvor der Herrschaftsbereich des Teufels und seinen Dämonen gewesen ist nämlich in der Luft, wohin sie zunächst entrückt wird um preisgekrönt zu werden, hinführt, 1.Thess. 4,17, um für immer bei dem Herrn zu sein.

Die Entrückung findet ihren Abschluss in dem Bibelwort:

 „Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung.“

Offenbarung 20,6

Hier  sehen wir, wie die größte Suchaktion Gottes; durch Jesus Christus, in der größten Rückführaktion, nämlich der, mit seinem Blut erkauften Gemeinde in der Hinführung vor den Thron des Vaters ihren Abschluss findet.

Philemon 15; vielleicht ist er nämlich nur deswegen eine zeitlang von dir getrennt gewesen, damit du ihn auf ewig wieder enthieltest.

Philemon 16; und zwar nicht mehr als einen Sklaven, sondern als einen, der Besseres darstellt, nämlich als einen geliebten Bruder, als der er mir schon in besonderem Masse gilt, wie viel mehr noch dir, dem er sowohl mit seinem Leibe als uns auch im Herrn angehört.

So wie Onesimus als Sklave unter dem Gesetz des Gehorsams als einem Zwang stand, wie auch die Menschheit unter das Gesetz zu stehen kam, im Ungehorsam.

Doch die Liebe die Philemon zu seinem Sklaven hegte, so hegt auch Gott der Schöpfer immer Liebe zu seinem Geschöpf. Und beiden sehnen sich nach nichts mehr, als dass sie wieder in Gemeinschaft vereinigt werden. Sowohl Philemon zu Onesimus als auch Gott zu den Menschen. Und diese, mit seinem Blut zu seinem Eigentum erkaufte Schar, wird dem Vater in einem unvergleichlichen Triumphzug zugeführt.

Dieses Geschehen hat in 1.Könige 10,4 eine irdische Parallele. Als nun die Königin von Saba, … sah…, (sowie seine Brandopfer, die er im Tempel des Herrn darzubringen pflegte) sowie seinen Aufzug, in welchem er zum Hause des Herrn hinaufzog, da geriet sie vor Erstaunen außer sich und sagte zum König: „Wahr ist das gewesen, was ich über dich und deine Weissheit gehört habe. Vers 7, und dabei hat man mir noch nicht einmal die Hälfte berichtet.

Und so wird die himmlische Welt, alle Engel, bis hin zu den Engelfürsten vor Erstaunen außer sich sein, wenn der König mit seiner Gemeinde hinauf zum Thron Gottes zieht und ausrufen wird;

                  „Hier bin ich und die Kinder, die du mir gegeben hast!“                           Jesaja 8,18

 

Und so gehen sie ein, nicht zu ihrer, sondern zu ihres Herrn Freude!


Hebr. 12,26

„Noch einmal werde ich nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel erbeben machen.“

Die Worte „noch einmal“ weisen auf die Verwandlung dessen hin, was erschüttert werden wird, weil es etwas Geschaffenes ist: es soll eben etwas entstehen, das nicht erschüttert werden kann. Darum werden wir ein unerschütterlich Reich empfangen.

Hier beginnt die neue Schöpfung, die im Geist vollendet wird.

Erfüllen wir den Auftrag, und rufen in die Welt hinaus:
Lasst euch versöhnen mit Gott!

„Hütet euch, dass ihr den nicht ablehnt, der zu euch redet. Denn wenn jene,
nicht ungestraft geblieben sind, die den ablehnten, der sich auf Erden
kundgab, wie viel weniger werden wir dann davonkommen, wenn wir den
ablehnen, der vom Himmel her zu uns redet.“
Hebr. 12,25

„... eine wie viel härtere Strafe wird denen zuerkannt werden, die den Sohn
Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt
worden ist, für wertlos geachtet und mit dem Geist der Gnade Spott getrieben
haben.“
Hebr. 10,29

Nicht nur die Gemeinde wird für alle Ewigkeiten eine Geistesgemeinde sein, auch die gegenständliche Schöpfung wird umgewandelt werden.

„Noch einmal werde ich nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel erbeben
machen.“
Hebr. 10,29

Jesus Christus hat für unsere Sünden am Kreuz gesühnt und sein Blut vergossen für unsere Sünden, das ist durch seine Tat und sein Wort bewiesen.
So wollen wir hinzutreten zu dem Thron der Gnade, dass wir Barmherzigkeit empfangen.

„...Ihr seid zu dem Berge Zion und der Stadt Jerusalem herangetreten und zu
vielen Tausenden Engeln, und zu einer Festversammlung und zu der Gemeinde
der im Himmel angeschriebenen Erstgeborenen und zu Gott, dem Richter über
alle, und zu den Gerechten und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, und
zum Blute der Besprengung, das wirksamer redet als das Blut Abels. Amen,
Amen!“
Hebr. 12,22

Betrachte ich das Geschehen um Onesimus und setze dies in die Parallele zur Geschichte der Menschheit, so beginnt sie auf der dritten Seite der Bibel, wo Gott rief: "Adam, wo bist du?"

So findet nach einer langen Suchaktion, die größte Aktion der Rückführung begnadeter Sünder statt, welche Jesus durch seinen Opfertod erlöst und freigekauft hat.


Dass in der Bibel global gedacht wurde, erkennt man verschiedenen Aussagen, so z.B. in John17:

„Ich bitte aber nicht nur für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr
Wort zum Glauben an mich kommen werden“
Joh. 17,20

Das gilt bis heute, auch für uns alle hier, und darüber hinaus allen; oder

„Denn euch gilt die Verheissung und euren Kindern und allen, die noch fern
stehen, so viele ihrer der Herr, unser Gott, berufen wird.“
APG. 2,39

„Ich will euch aber wissen lassen, welch schweren Kampf ich für euch und die
Brüder in Laodizea sowie überhaupt für alle, denen ich bis jetzt persönlich
noch unbekannt geblieben bin, zu bestehen habe.“
Kol. 2,1

Das gilt bis heute, auch für uns alle und darüber hinaus allen.

Dass es sich bei dem Kampf des Paulus um einen Kampf im Gebet vor dem Thron Gottes für die Gläubigen aller Zeiten gehandelt hat und darüber hinaus, ist unschwer zu erkennen. Das gilt für jeden von uns. Jesus, Petrus und Paulus haben damals schon gegen die heutigen und zukünftigen Anfechtungen von einem jeden Gebetskampf vor dem Thron Gottes ausgefochten.

Möge es vielen Menschen vergönnt sein, dem Angebot Gottes in ihrem Herzen Raum zu schaffen, damit das Werk Gottes in der Gnadengabe, welche er uns darreicht und die das ewige Leben beinhaltet, zu einer hellen Flamme entfacht werde, damit man das Ziel nicht verfehle, sondern zielbewusst den Weg des Glaubens an den Herrn Jesus geht.

Soweit meine Ausführungen über den Philemonbrief.

Früher hatte ich den Brief an Philemon nicht für Wert erachtet, in die Bibel aufgenommen zu werden, zu einfach erschien mir die Geschichte der Bekehrung eines Einzelnen. Haben sich doch Tausende bekehrt nach der Predigt des Petrus an Pfingsten und auch danach, genauso durch die Verkündigung der Apostel, wie man in der Apostelgeschichte lesen kann. Na ja, so dachte ich früher, man hat den Brief in die Bibel aufgenommen, weil Paulus ihn geschrieben hat. So geringschätzig dachte ich über diesen Brief.

Jetzt ist dieser Brief für mich etwas ganz Besonderes, er bekam einen hohen Stellenwert. Ohne diesen Brief würde der Heiligen Schrift eine Aussage aus globaler Sicht fehlen.
Da ich im Bibelauslegen ungeübt bin, kann es leicht sein, dass das, was gemeint ist, von mir nicht verständlich genug hinüber gebracht wurde, deshalb:

 Nochmals eine inhaltliche Kurzfassung:

Es gibt eine Parallele zwischen dem Weg des Onesimus und dem Weg der Menschheit. Beide sind im Ungehorsam davongelaufen, Onesimus seinem Herrn, die Menschheit ihrem Schöpfer. Trotz Irrwegen, die beide gehen, haben beide die Möglichkeit umzukehren. Der eine zu seinem Herrn, der andere zu seinem Schöpfer.
Der eine durch Vermittlung des Paulus, der Mensch aber durch Vermittlung des Sohnes Gottes, Jesus Christus.

Wie angeführt, gibt es nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus Christus. In der Welt gibt es nichts umsonst; Paulus will den Schaden, den Onesimus angerichtet hat, ersetzen. Jesus hat am Kreuz auf Golgatha den blutigen Tod erduldet an unserer statt.

Und jetzt die Bedingungen:

Ein jeder erlangt durch Glauben, dass Jesus sich für ihn selbst geopfert hat, die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Die Bedingung ist für alle Menschen gleich, dabei wird der Studierte nicht gerechter als der Ungebildete. So wollen wir denn mit freudiger Zuversicht zum Thron der Gnade hintreten, um Barmherzigkeit zu empfangen.

Dem Herrn sei Dank und Ehre! Amen!


Heinrich Trippel

im Mai 2007